werde ich mir ein Fahrrad kaufen. Als dritte Bremse halte ich sie inzwischen für unverzichtbar. Der Verkäufer argumentierte damals, dass ein Hinterrad mit Freilauf leichter laufe. Mag sein, aber als Genussradler ist mir das nicht wichtig. Es gibt für eine Rücktrittbremse Vor- und Nachteile. Auch Felgenbremsen haben Vor- und Nachteile. Aber ich wollte ja dieses Patria haben, unbedingt.
Bei nur zwei Felgenbremsen hat man, wenn man denn die Fahrtrichtung beim Abbiegen anzeigt, kurzfristig nur eine Bremse zur Verfügung.
Fährt man freihändig, ja ich weiß sollte man nicht, ist der Weg zu den Bremshebeln auch deutlich länger als zum Pedal. Freihändig zu fahren ist aber ab und zu sowas von entspannend.
Wenn ich dann noch die ganzen Telefonierer auf dem Rad sehe, von denen die meisten auch nur zwei Felgenbremsen haben, ist die Rücktrittbremse unersetzlich.
Aufgefallen ist mir das Ganze besonders heute. Nicht vorhergesagter Regen der Stufe 5 und Unlust, Regenklamotten anzuziehen, waren heute Ursache dafür, das ich die ganze Strecke mit einem Regenschirm, ohne Halter, gefahren bin. Eigentlich mache ich das nur bei überraschendem Regen unterwegs und auch nur für kurze Strecken.
Auf der ganzen Strecke war mir das heute aber nicht ganz geheuer.




Würde man die diesen Zeilen innewohnende Logik auf die Mathematik anwenden, wäre 1+2=3, an Donnerstagen aber 3,00000001.
Und was ist mit der verzögerten Bremsleistung der Felgenbremsen bei Regen?
Was ist mit der grundsätzlich eher mangelhaften Bremsleistung einer Rücktrittbremse? Oder wirkt Deine vorne?
Das ist unbestritten, die Rücktrittbremse ist die “schwächste”, vorausgesetzt, die Felgenbremsen sind technisch einwandfrei. Felgenbremsen müssen viel häufiger kontrolliert werden. Rücktrittbremsen sind wartungsfrei.
Apropos Regen: ich kann bei meiner Bremse zwischen Regenwetter und trockener Fahrbahn tatsächlich keinen signifikanten Unterschied erkennen. Wenn Schlamm auf den Felgen ist … OK, da rutscht es erst. Aber im Schlamm würde ich auch nicht mit einer Rücktrittbremse agieren.
Vielleicht solltest Du Dich mal nach geeigneten Bremsklötzen umsehen.
Ich schon, und ich kann ein Lied davon singen, wie das im Winter bei Schnee und Eis ist.
Beim Abbiegen die Hände vom Lenker zu nehmen ist lebensmüde. Freihändig fahren ist verboten (und im übrigen für mich alles andere als entspannend) und bei Regen in einer Hand einen Regenschirm halten? Jemine. Der Beitrag kann nur als Satire verstanden werden, hoffe ich.
Freihändig fahre ich ab und zu nur dann, wenn weit und breit keine weiteren Verkehrsteilnehmer da sind. Regenschimr in einer Hand finde ich zeitweise ok. Beim Abbiegen gar nicht die Fahrtrichtung anzuzeigen, ist übrigens auch verboten
Laut StVO ist lediglich das Abbiegen an sich anzuzeigen. Es wird nicht gefordert – und ist m.E. auch fahrlässig – dies während des ganzen Abbiegevorgangs zu tun.
Überzeugende Gründe pro Rücktrittbremse kann ich nicht erkennen. Wer sich damit sicherer fühlt, soll sie halt nutzen.
Genau, nicht während des gesamten Abbiegevorgangs, aber anzeigen schon. Die Rücktrittbremse erachte ich als zusätzliche dritte Bremse. So weit ich mich erinnern kann, hat Peugeout z. B. eine ganze Zeit lang grundsätzlich drei Bremsen (außer Kettenschaltung) verbaut mit der Begründung “mehr Sicherheit in den Bergen”. Mir selbst sind bei einer Bergabfahrt schon einmal nacheinander beide Bowdenzüge gerissen. Ich war über die Rücktrittbremse einfach nur froh. Könnte damals auch ein Material- bzw. Konstruktionsfehler gewesen sein!?
Ich habe ja auch nirgends gesagt, man soll den Abbiegevorgang nicht ankündigen. Die StVO sagt: “Wer abbiegen will, muß dies rechtzeitig und deutlich ankündigen” Da ich keine Fahrtrichtungsanzeiger habe, kann ich diese auch nicht benutzen. Es liegt nahe, dann die Hände zu benutzen. Aber garantiert nicht dann, wenn ich mich mitten im Abbiegevorgang befinde. Da stehen mir regelmäßig die Haare zu Berge, wenn ich genau das während der “Fahrradführerscheinprüfung” an Schulen sehe. Vielleicht reicht als Anzeige ja auch ein deutlicher Schulterblick – möglichst mit Blickkontakt zum Hinterherfahrenden – und entsprechendes Einordnen.
Regenschirm in einer Hand ist nicht mal zeitweise OK. Das ist lebensgefährlich für Dich und andere.
in .nl gibts Lenkerhalterungen fuer Regenschirme
Ich kenn aber auch schon leute, die sich den geschlossenen Regenschirm in die Speichen gehauen haben, und uebern Lenker abgestiegen sind.
Generell zum Thema Bremsen: ich mag meine HS33, Meine Rennrad Zangenbremsen, und ich habe auch die sehr viel Kraft benoetigenden Froglegs an meinem Cyclecrosser zu schaetzen gelernt. Dank ihnen hab ich jetzt Bremsleistung satt an allen anderen Raedern.
Beim Trekkingrad mit der HS33 hatte ich tatsaechlich mal eine aufgefrohrene Eissicht auf der Felge, was sehr unangenehm war.
Ich vermeide es seit dem, laengere zeit im tiefen Schnee stehen zu bleiben, weil deswegen hatte es ueberhaupt erst zeit zu frieren.
Im letzten Winter bin ich mehrmals die ganze Strecke durch Schnee gefahren, dann frieren die Bremsen ein? Selbst der Bowdenzug von der Nabenschaltung ist mir schon eingefroren. Dann doch lieber noch eine dritte Bremse.
der Radler, das Stichwort ist “fahren”, ich fuhr nicht, ich stand, fuer etwa eine halbe stunde.
Sonst habe ich bisher auch nur das uebliche schwaechere verzoegern bis der Wasserfilm abgestriffen ist erlebt (was mir bei meinem dooring noch ein bisschen mehr Schwung ueber gelassen hat :[ )
Die HS33 verzoegern aber auch auf dem Wasserfilm deutlich staerker als z.b. v-brakes.
Da ist aber auch schon mein Problem, mein Rad steht 24 Stunden am Tag draussen, auch im Winter …..
also um eins meiner Raeder draussen verrotten zu lassen ist mir meine Hardware zu teuer.
Bis auf unter diesen Abstrusen vorbedingungen ist mir das aber vorher auch noch nie passiert, auch wenn ein rad mal draussen stehen musste.
Das mit dem Handzeichen ist so eine Sache, zumindest beim Rechtsabbiegen. Was macht der Autist hinter mir, wenn er glaubt, dass ich geradeaus fahre? Er verhält sich normal. Was macht er, wenn ich Handzeichen gebe? Er denkt sich “Aha, der biegt jetzt eh ab”, gibt Gas und saust unter Umständen sehr knapp vorbei, sobald ich anfange, mich ansatzweise nach rechts zu bewegen. Da ist es wohl besser, aufs Handzeichen zu verzichten (ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung).
Zum Thema: Ich sehe bei mir keinen Grund für eine Rücktrittbremse, aber da hat natürlich jeder seine eigene Meinung. Da ich nicht im Winter und nur selten bei Regen fahre, müssen meine Bremsen (V-Bremse + Kool-Stop) lediglich alle 3.000 km gewartet werden.
Nico
Handzeichen beim Rechtsabbiegen ist kritisch, stimmt. Mit den Felgen- oder Scheibenbremsen im Winter siehe unten.
In der Hauptsahe ging es mir auch einfach darum, dass man durchaus häufiger einhändig fahren “muss”. Neben dem Handzeichen gibt es ja auch noch die Telefonierer, Raucher, Irgendwassesser auf dem Rad. Da bedeutet eine dritte Bremse schlicht und einfach mehr Sicherheit.
Es gibt heutzutage auch gutfunktionierende Scheibenbremsen die auch bei Regen perkfekt verzögern und ingesamt sehr wartungsarm sind, da erübrigen sich Felgenbremsen und Rücktritt aus der Steinzeit sowieso.
Scheibenbremsen und Wartungsarm? Dann faehrste aber nicht viel. Die dinger fressen Belaege wie popcorn, die zylinder mocken ein, die Belaege verglasen…
Ich bin von Scheibenbremsen geheilt. Eine Magura Julie und eine Louise mit riesen Scheiben spaeter (die dann auch definitiv schwehrer ist als andere Bremssysteme).
Und: die scheiss Teile hoeren nie auf zu bremsen. Fuer Zuegiges vorwaertz kommen und Schmutzresistenz gibts nur eins: Froglegs und Flossen trainieren.
Ruecktritt is keine Loesung, Pedale richtig stellen an der Ampel zum zuegigen wegbeschleunigen ist ein MUSS.
Das mit der Pedalstellung sehe ich auch so, allerdings können geübte Rücktrittbremser für die letzten Zentimeter Bremsweg die Handbremse nutzen und so vor dem Stillstand die Pedale wieder in die richtige Position bringen.
Alles eine Frage der Übung, ich frage mich nur, wie alle “früher” Rad gefahren sind, wo es ausschließlich Rücktrittbremsen gab.
@ der Radler:
Wie die das früher gemacht haben, ist eine berechtigte Frage. Genauso könnte man auch fragen, wie die das heute in Holland machen.
Stimmt hätte ich auch drauf kommen können
, nicht zu vergessen die Dänen.
Gerade der letzte Satz ist wichtig! Ich mag mir gar nicht vorstellen wie das ist, wenn ich die Pedale im Stand nicht in die richtige Position drehen kann. Und wie fährt man mit Klickpedalen und Rücktritt?
Klickpedale für einen Alltagsradler, muss ich nicht haben?
absolut, ja. Mehr kontrolle uebers Rad, mehr Drehmoment (bergauf fahren, beschleunigen, mehr Last befoerdern), leichteres und sichereres erreichen von hoeherer Drehzahl (besser fuer die Knie). aber in Kombination mit Ruecktritt? wohl eher nicht.
Tandem fahren mit clickies ist im gegensatz zu Stoker mit Schlaufen und captain mit nackten Pedalen geradezu trivial.
und wenn ich mich an meine Ruecktritt Zeit zurueck erinnere, waren damals noch Stahlfelgen ueblich, worauf die Bremsen durch den sirrenden Sound wohl eher dem Opfer mehr Zeit zum auf seite springen liessen, als zu verzoegern. Und die dosierbarkeit des Ruecktritts zwischen bisschen bremsen und blockieren? nein danke.
Btw, Ruecktritt ist eher eine Deutsche erscheinung, in UK kennt man das quasi nicht; und afaik haben die meisten klassischen Hollandraeder auch keine.
Mir ist kein Hollandrad ohne Rücktritt bekannt, oder täusche ich mich da?
@ der Radler:
Ich glaube nicht, dass du dich da täuschst. Nach meiner Erfahrung ist in Holland ausschließlicher Rücktritt ohne zusätzliche Handbremsen Standard (wäre in Deutschland gar nicht zugelassen).
Meinte ich doch. Wenn aber in Deutschland eine zweite selbstständige Bremse vorhanden sein muss und diese auch eine “Stempelbremse” sein kann , reicht doch auch die Rücktrittbremse.
Mit der Pedalstellung vor der Ampel, alles eine Frage , wie vorausschauend man fährt. Ich fahre seit 45 Jahren Rad, 40 davon mit einer Rücktrittbremse und heute vermisse ich sie.
Eine Felgenbremse ist eine große Scheibenbremse. Und außer einen Tropfen Öl an die Lager bzw. ab und an mal neue Bremsklötze warte ich meine Felgenbremsen gar nicht.
@fhhien +Andreas Es gibt sicherlich bessere Bremsen als die Rücktrittbremse, ich weiß allerdings nicht , ob Ihr im Winter bei Schnee,Eis, Salz und Streugut unterwegs seid. Da geht nach kurzer Zeit gar nichts mehr.
Ich habe im letzten Winter zweimal die Bremsklötze wechseln müssen, weil die Abnutzung gerade durch das Streugut und Salzgemisch extrem ist. Franz Schenk hat mal aus Sicht eines Fahrradwerkstattbesitzers geschrieben, was ein Winterrad so braucht. Da ich persönlich nicht zwischen Winter- und Sommerrad unterscheide, sonder ein Ganzjahresrad fahre, ist die Rücktrittbremse in Zukunft für mich ein Muss.
Ich fahre im Winter selbstverständlich mit dem Rad zur Arbeit (und auch zum Spaß) und habe in den letzten 26 Jahren keinen Rücktritt mehr an irgendeinem meiner Räder gehabt. Richtig ist, dass die Bremsbeläge etwas schneller verschleissen, aber das Verhalten ist weitab von “dramatisch” – jedenfalls nicht so, als dass ich wegen der Jahreszeiten wechseln würde. Und ich kann mir im Winter auch bessere Dinge vorstellen, als mit feststehenden Kurbeln (oder kannst Du die Pedale hin- und herbewegen während Du bremst?) zu balancieren.
Jeder wie er mag, für mich bedeutet die dritte Bremse einfach mehr Sicherheit.
Klar, jede wie er mag. Utopia verbaut an seinen Rädern auf Wunsch auch Rücktrittbremsen. Allerdings nie ohne zusätzliche Felgenbremse hinten, weil ihnen die Bremswirkung einer Rücktrittbremse einfach nicht sicher genug ist.
Mich stört auch weniger, dass Du mit Rücktritt bremsen möchstest – es darf sich jeder so in Gefahr begeben wie er möchte.
Viel gefährlicher für Dritte sind die anderen Dinge die Du hier postulierst: bei Regen mit einer Hand einen Schirm balancieren, freihändig fahren und beim Abbiegen eine Hand vom Lenker nehmen. Das ist richtig gefährlich, fahrlässig, verboten und sollte echt nicht verharmlost werden!
Nun wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen. Ich möchte nicht nur mit Rücktritt bremsen, sondern als zusätzliche Möglichkeit. Freihändig fahre ich 1. wenn nur ganz kurz und 2. wo sonst niemand ist. Einhändig fahren ist hier üblich und nach der STVO zulässig und statthaft. Mit einem Regenschirm fahren hier übrigens viele. Es sind “normale” Radler und keine Raserradler. Bei Rennradlern geht es logischerweise nicht mit Schirm, schon alleine wegen der ungesunden Körperhaltung.
Ich fahre bei jedem Wetter, auch im Winter und bei Glatteis mit Spikes.
Die für mich dabei zuverlässigste Bremse ist dabei die Scheibenbremse: immer gute Verzögerung, so gut wie keine Wartung, leichter Belagswechsel und hohe Zuverlässigkeit.
Streusalz und Matsch machen ihr auch nichts aus wenn man sie nach der Fahrt etwas abspült
Ich bin in den letzten beiden Wintern auch täglich unterwegs, mittlerweile auch mit Spikereifen. DIE Bremse gibt es wohl nicht, alle Bremsarten haben ihrer Vor- und Nachteile, auch die Scheibenbremse. Die Mischung macht es meiner Meinung nach, und mal ganz platt formuliert, 3 Bremsen sind besser als 2.
Ich habe eine Rücktrittbremse am Rad plus Felgenbremsen hinten und vorn. Und finde die Rücktrittbremse einfach nur angenehm. Bin aber vor allem an das Ding gewohnt, da bisher an allen meinen Rädern eine dran war (war früher halt der Standard). Ich finde, damit kann man wohldosiert bremsen, wenn man z. B. vorausschauend fährt. Und ja, wenn mir wichtig ist, dass andere Verkehrsteilnehmer meinen Richtungswechsel mitbekommen – besonders beim Linksabbiegen auf der Straße ohne Linksabbiegerspur – benutze ich meinen Arm als “Blinker”, natürlich VOR dem Abbiegen an sich. Wo ist das Problem?
Aber ansonsten jeder wie er mag. Wer keine Rücktrittbremse gewohnt ist, wird sie wohl auch nicht vermissen.
Super, ich dachte schon, ich bin der einzige Rücktrittbremsenfan.
Und mit dem “Blinker” halte ich das auch so. Wo das Problem ist, weiß ich auch nicht.
Sind wir schon zu zweit
“Alles eine Frage der Übung”, na sowas. Das gilt auch für nasse Felgen. Mit reißenden und eingefrorenen Zügen hat man bei Hydraulikbremsen kein Problem. Das nur mal so nebenbei.
Auch die haben nicht nur Vorteile, und wenn ich hinten und vorne eine Hydraulikbremse habe, fehlt mir ja wieder die Rücktrittbremse.