begegnete mir am Sonntag. Es waren gleich zwei Paare mittleren Alters, die ich dieser Ausführung bisher noch nicht gesehen haben. Von oben betrachtet zunächst einmal normal, Helm, Brille, Radlertrikot, -handschuhe, -hose, natürlich auch die entsprechenden Schuhe, alles sehr aerodynamisch. Irgendetwas “störte” mich aber an den Proportionen des Gesamtbildes Rad und FahrerIn. Auf gleicher Höhe, ich war auf Skates unterwegs, sah ich es dann. Es war kein Rennrad in dem Sinne, also schmal und schnittig, sondern das Rad hatte einen Elektromotor an Bord. Sah aber dennoch sehr sportlich aus, aber eher so wie ein zu breit geratenes Mountainbike. Die vier traten mächtig in die Pedale, schienen also körperlich fit. Wozu dann der Elektromotor? Nicht das man mich falsch versteht, je mehr Menschen aus den Autos auf Fahrräder, auch auf Pedelecs, zu bekommen sind, um so besser. Aber bitte doch, wenn es (noch) geht
, ohne Motor. Für mich wäre/ist das eine klassische Fehlentwicklung. Aber die Werbung macht es möglich, Radfahren ohne Motor wird dort schon als “rückständig” verkauft.




Die E-Cycle Welle rollt. Im Prinzip nichts Schlechtes, aber in dem Outfit….das passt einfach nicht.
Echte Blender waren das
.
So lange die Dinger nicht zuerst noch mit dem Auto 100 km ins Erholungsgebiet gekarrt werden, ist dies doch eigentlich egal resp. noch immer x-fach besser als wenn die Leute mit einem Verbrennungsmotor rumstinken.
Tun sie (siehe mrg) aber scheinbar schon, besser als mit dem Auto auf jeden Fall.
Leider habe ich schon gesehen, dass Leute mit ihren Pedelecs auf der Anhängerkupplung in’s Grüne gefahren sind. Da ist etwas im Bewusstsein noch nicht angekommen. Vielleicht fehlt es aber lediglich an der Fahrrad-Infrastuktur. Ich kenne viele Leute die sich das Abenteuer “auf der Straße fahren” nicht “antun” wollen.
Das Problem mit der Werbung sehe ich allerdings auch, und die Art und Weise wie über Pedelecs berichtet wird ala “Endlich kann auch der normale Bürger radfahren” finde ich etwas hochgegriffen. Für eine Stadt wie Wuppertal allerdings sind die Pedelecs keine schlechte Erfindung.
Es wird der Eindruck erweckt, sportliche Betätigungen tun weh und schaden.
Wem’s gefällt … für mich wär das nichts.
Aber ich finde, man sollte die Dinger als Mofa-Art verkaufen bzw. bezeichnen. Ist ja wirklich albern, dass solche Gefährte als (fast) normale Fahrräder vermarktet werden.
Und die Renn-Omis bzw. -Opis sollten sich vorher mal mit den Gefahren und Pflichten auseinandersetzen, die mit ihrer erhöhten Geschwindigkeit verbunden sind.
Nico
Zur Zeit ist das für mich auch kein Thema, aber vielleicht im fortgeschrittenen Alter, wenn denn meine autofreie Gesinnung erhalten bleibt.
Dieses Strahlen in den Gesichtern der “Renn-Omis bzw. -Opis” ist aber schon einmalig.
Für Rennomis und -opis find ich das OK, oder in sehr hügeligem Gelände.
Für mich wär das aber auch nix, entweder ich schaff’s mit Muckikraft oder ich muss mehr trainieren oder langsamer fahren oder mal absteigen.
Immerhin miefen die Dinger nicht wie Mofas, aber ob das eine gute Idee ist, sie wie normale Räder zu behandeln? Auf den eh schon größtenteils beschissenen Radwegen?
Bisher seh ich hier bei uns sehr selten welche, aber Franken braucht sicher noch ein paar Jahrzehnte, bis der Trend sich hier durchsetzt
Hätt ich diesem Fall aber nix dagegen.
Das Totschlagargument ist halt mehr Zweiräder als Vierräder. Wer will da schon meckern.Wenn man da mit Schild oder Versicherungspflicht kommt, würde es sich am Markt nicht so erfolgreich durchsetzen können. Und selbst Franken wird sich da nur noch wenige Jahre “wehren” können. Nächste Woche gibt es beim Discounter hier im Norden wieder so ein Einstiegsmodell für 699 Euro.
beim Discounter, au weia *augenroll*
So schlecht scheinen sie nicht zu sein, ich kenne eins, dass schon seit drei Jahren regelmäßig genutzt wird. Der zweibeinige Ständer gibt langsam auf, aber sonst alles ok. Es ist aber in der Ausstattung eine Sparversion, keine Frage.
Wollen wir mal diesen Beitrag und die Kommentare dazu in 15, 20 Jahren wieder hervorkramen? Wahrscheinlich würden wir uns alle genauso darüber amüsieren wie über Broschüren aus den 80ern, die vor den Gefahren des Ausbaus der Mobilfunk- oder Kabelnetze warnten.
Was stört euch an Menschen, die sich sportlich kleiden, und die sich in ihrer Bewegung unterstützen lassen? Wo ist – verkehrsrechtlich betrachtet – der Unterschied zwischen einem schnellen Rennradfahrer und dem Fahrer eines Pedelec?
Vielleicht passt die sportliche Bekleidung nicht. Na und?
Zum rechtlichen Unterschied zwischen einem schnellen Rennradfahrer und dem Fahrer eines Pedelec: es gibt keinen. Nur, dass jeder “normale” Rennradfahrer Durchschnittsgeschwindigkeiten fährt, die mit einem Pedelec nicht zu erreichen sind. Diese regeln nämlich bei ca. 25 km/h ab. Da wird ein Rennradfahrer gerade wach.
Schnellere Pedelecs (sogenannte S-Pedelecs) sind tatsächlich Kleinkrafträdern gleichgestellt: allgemeine Zulassungspflicht, Versicherungspflicht, Verbot des Befahrens von Radwegen (ohne Zusatzschild “Mofa frei”).
Solange der Strom aus regenerativen Energiequellen gewonnen wird: von mir aus. Wenn wir uns darüber aufregen: bitte die elektrischen Staubsauger abschaffen, es gibt auch Geräte, die mit Muskelkraft funktionieren
Und dass Menschen ihre Pedelecs an den Stadtrand mit dem Auto transportieren: das hätten/haben sie mit ihrem rein muskelbetriebenen Fahrrad vorher auch schon gemacht. Sollten wir jetzt den Fahrrädern die Schuld geben?
By the way: für den Weg zur Arbeit finde ich die Dinger spannend. Mal nicht verschwitzt – in der gleichen Zeit – ankommen? Why not? Und die Teile machen richtig Spaß!
Wer über seinen Schatten springen und über den Tellerrand schauen mag (sorry für meinen Metaphernreichtum): http://www.eradhafen.de/
Gruß aus Berlin,
BikeBlogger
Es stört mich grundsätzlich, wenn Energie verschwendet wird, selbst wenn sie aus regenerativen Quellen stammt. Energie sparen, wo man nur kann, das sollte mittlerweile bei allen angekommen sein. Wenn man gesund ist, und umweltbewußt leben will, kann man auch ausschließlich mit Muskelkraft Rad fahren. Pedelecs haben mit Radfahren nichts mehr zu tun. Die meisten, die ich bisher getroffen haben treten sozusagen nur zum Schein mit, damit der Motor weiter läuft. Sicherlich ist es umweltfreundlicher als Autofahren, aber Radfahren ist wiederum umweltfreundlicher als Pedelec fahren. In den Bergen befürchtet man schon einen Ansturm der E-Bikes. Diese Entwicklung halte ich für mehr als bedenklich.
Hallo Leute,
meine Seite wurde ja oben schon verlinkt, ich schreibe sie zum Thema Elektrofahrräder, freue mich sehr über Besuch und Kommentare..
Ich finde die Diskussion hier sehr spannend. Über manches wundere ich mich auch ein bisschen. Wer mal ein E-Rad gefahren ist, der wird in aller Regel zugeben, dass das sehr viel mit Fahrrad fahren zu tun hat. Denn “nur mittreten, damit der Motor weiter läuft”, das geht nur bei den allereinfachsten Antrieben.
De facto ist es so, dass ein E-Radler auf einem durchschnittlichen E-Rad im Schnitt dieselbe physische Leistung erbringt, wie ein normaler Radler, allerdings erreicht er oder sie dabei eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit.
Wichtig ist halt, dass die Leistungsspitzen raus fallen, beim Anfahren (z.B. an der Ampel) und beim Bergauffahren hilft der Motor besonders. Rollt das Rad erst mal sind 25km/h recht schnell erreicht und der Motor des E-Rads regelt ab bzw. tut nicht mehr viel.
Bei dieser Sorte E-Räder finde ich die rechtliche Behandlung als Fahrrad total korrekt. Jede_r sportliche Mensch fährt in der Spitze locker über 25km/h, warum also ein E-Rad mit max. 25km/h anders behandeln?
Was die Umweltbilanz betrifft, so würde ich mal sagen: das Problem sind vor allem die Rohstoffe und das Recycling der Akkus. Darüber werde ich mich in der nächsten Zeit mal schlau machen. Der Energieverbrauch beim Fahren ist mit ca. 1 KW auf 100km wirklich nicht so hoch.
Spannend wird außerdem sein welche Fahrten mit dem E-Rad ersetzt werden, es gab in der Schweiz erste Studien, da war es etwa ein Drittel Auto, ein Drittel ÖPNV und ein Drittel Fahrrad.
Damit wäre aus Energiesicht auf alle Fälle was gewonnen.
Beste Grüße
e-Rad Hafen
p.s.: die Werbung in der fahren ohne Motor als rückständiog dargestellt wird würde mich total interessieren, ich habe sie noch nicht gesehen. Vielleicht kann jemand mal ein Beispiel posten
Ich bin schon auf einem Pedelec gefahren, vielleicht war es ein “einfacher Antrieb”, aber ich brauchte nur “langsam Luft radeln”.
, deshalb bekommt man ihn wohl nur aus dem Auto, wenn er sich irgendwie anders motorunterstützt fortbewegen kann. Der Akku ist auch ein Problem, was bisher komplett vernachlässigt wurde. Verhält sich so ähnlich wie mit den Energiesparlampen, bei denen kaum einer weiß, dass sie nicht in den Hausmüll gehören. Katalysatoren bei den Autos ist auch so ein Thema, wo bleiben die eigentlich alle? Aber zurück zum Pedelec, die Geschwindigkeit von 25 km/h finde ich für das Alltagsradeln viel zu hoch, gerade für Untrainierte. Die Versicherungen schlagen aufgrund der erhöhten Unfallzahlen schon Alarm. Bin gespannt, wie sich das entwickelt. Letztendlich geht mir dieser E-Wahn auf den Keks, der allen vorgaukeln will, damit wären alle Probleme gelöst. Schneller höher weiter, ist das nicht langsam überholt?
Aus Energiesicht ist bei jedem Autofahrer, der auf ein Pedelec umsteigt, was gewonnen, keine Frage. Noch mehr gewonnen wäre es aber, wenn er auf ein Fahrrad umsteigt. Der Autofahrer ist von sich aus noch bequemer als der Mensch
Fazit: Ich bin nicht gegen Pedelecs, aber für einen gemäßigten Einsatz. Mehrere Beispiele hatten wir hier ja schon, Senioren, Menschen, die aus sonstigen Gründen nicht die Kraft haben Rad zu fahren, Berge …
Wenn ich hier im Norden dann aber schon wieder höre, bei Sturm kann man dann ja auch Rad, ähm Pedelec fahren, hört es bei mir schon wieder auf. Einfach dann mal langsamer fahren oder absteigen wie Ulrike oben schrieb, oder seid Ihr alle auf der Flucht.
Ich finde gerade den Teil der Diskussion gefährlich, in dem es um die “hohe” Geschwindigkeit von 25 km/h geht. Ich sehe da schon den Vorstoß für eine Gesetzesnovelle: Höchstgeschwindigkeit 20 km/h für (teilweise oder ganz) mit Muskelkraft betriebene Räder.
Zum Vergleich: nahezu Jeder Mensch mit Führerschein darf PKWs in den Städten mit 50 km/h, auf Autobahnen z.T. ohne Begrenzung fahren. Egal, wie fit, reaktionsschnell oder gebrechlich der Fahrer ist. Jeder Führerscheininhaber darf Mofa fahren, auch Mopeds, die 50 km/h fahren können (zumindest war dies mit “älteren” Führerscheinen so). Diese Dinger wollen (müssen!) auch beherrscht werden.
Abgesehen davon ist der Engerieverbrauch nur ein Argument, wenn man als Hardcore-Öko daherkommt. Meine Surroundanlage oder mein PC schlucken im Betrieb mehr Energie, als ich jemals mit einem Pedelec verbrauchen könnte. Außerdem relativiert sich der Mehrverbrauch im Schnitt extrem, wenn bei 10 Pedelecfahrten auf 2-3 PKW-Fahrten verzichtet wird.
Wenn es denn eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h innerorts für alle geben würde, fände ich das ok. Blöd wäre es sicherlich, wenn dann mit Muskelkraft betriebene Räder auf 20 km/h begrenzt würden.
Kein Tempolimit auf den Autobahnen zu haben, ist so ziemlich das Dümmste, was sich Deutschland leistet. Es wird wohl keiner abstreiten, das gerade aufgrund der hohen Geschwindigkeitsunterschiede viele Unfälle passieren. Letzteres gilt innerorts wie außerorts.