Juristisch trifft den LKW-Fahrer keine Schuld, er hat seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt, so das Amtsgericht.
Wieder wird dem Autogott ein Menschenleben geopfert. Unfassbar.
Sicherlich, der Mann ist genug gestraft, trotzdem kein LKW- oder Autofahrer darf rechts abbiegen, wenn er nicht sicher gehen kann, dass er “freie” Fahrt hat.
Die Eltern werden so ein Urteil wohl auch nie begreifen können.
Fazit: Verkehrstote werden in diesem Land nach wie vor billigend in Kauf genommen.




Soweit die Theorie. Und nu?
z. B. Pflicht der Aufrüstung mit den Spezialspiegeln, keine gemeinsamen Grünphasen, keine getrennten Radwege, alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt, flächendeckendes Tempo 30 in der Stadt, um nur einige mögliche Maßnahmen zu nennen. Das ist alles schon längst bekannt, “man” will es aber nicht …
Wenn man der Meinung ist, das der Fahrer Schuld hat, müßte man noch andere aufführen. Und was ist mit Radweg-weg? Und die Schuld der Behörden und des Gesetzgebers? Ei jei jei
Der Fahrer ist nicht schuld, wurde doch so entschieden. Nichts zu machen, um die Städte menschenfreundlicher zu machen, wäre ja (versuchter) Totschlag durch Unterlassen.
Zerreden ist auch eine Kunst in diesem Lande.
Man muß sich halt schon an seinen Aussagen messen lassen. Ich jedenfalls kann den Richtern durchaus zustimmen. Der Lkw-Fahrer kann nichts für die Situation, ist ihr aber ausgesetzt… Wenn man dann noch bedenkt, daß an der Unfallstelle eine Werbetafel hing, die die Sicht tatsächlich erheblich einschränkte, wer kommt da wohl noch mehr in Verdacht der Schuld, als ohnehin schon?
Genau diese Denke ist lebensgefährlich. Ich habe einen Menschen tot gefahren, aber ich kann ja nichts dafür, rechtlich gesehen. Die anderen sind schuld.
Ich kann doch nicht einfach fahren, wenn ich nicht sicher bin, ob keiner kommt.
Es ist normal, wenn man sich auf die Straße traut, dass man über den Haufen gefahren wird, selbst schuld.
Ich nenne das dem Autogott Menschenleben opfern …. und alle (fast) finden das normal.
Du sprichst diejenigen frei, die die Situation schaffen und bedienst dich dabei eines Tricks, den nur Radweg-Gutfinder anwenden:
> Ich kann doch nicht einfach fahren, wenn ich nicht sicher bin, ob keiner kommt.
So ist es. Das setzt aber voraus, daß der Fahrer eine Wahl hat. Da er aber gerade nichts sehen kann, muß er eben langsam und blind… Immer kann er sich drauf verlassen, daß niemand kommt, denn nirgends wird rechts vom Rechtabbieger oder gar links vom Linksabbieger gefahren, und Fußgänger sind für die Sicht im Spiegel langsam genug. Nicht verlassen kann er sich allein wegen Radwegelchen, dank denen müssen Radfahrer nämlich rechts von Rechtabb…
Freisprechen kann ich und will ich gar nicht. Jeder, der diese Situation verursacht hat, aber auch die, die trotzdem fahren, sind daran schuld.
Nur für Radwege bin ich übrigens auch nicht, das sollte man denn schon nach den jeweiligen Verhältnissen betrachten.
Was mich vollkommen irritiert, sollte man Deiner Ansicht gar nichts tun, einfach weiter so. Das ist halt der Preis ….?
Die für die Wegelchen Verantwortlichen benennen, vor allem die hauptberuflichen Radweg-Forderer und Rechtbrecher, sie bei Wasser und Brot einkerkern, wie es sich für einen Rechtsstaat gehört, und die Wegelchen abreißen.
Das ist mir zu radikal, immer auf der Straße fahren?
Man könnte das mit den Radwegen auch differenziert betrachten: Kilometerlange Radwege überland entlang Landstraßen finde ich generell in Ordnung, ja wenn nicht…
an gefühlt 1000 Stellen spätestens bei der nächsten Ortseinfahrt wegen Radwegendes oder Wechsels des Radwegs auf die andere Straßenseite ein gefährlicher Übergang über die stark befahrene Straße wäre.
Radwege, die innerorts die Radfahrer rechts von Rechtsabbiegern vorbeiführen sind nichts anderes als Todesfallen.
Sehe ich auch so, differenziert.