könnte zwar etwas verfrüht sein, aber extremer kann ich mir eine winterliche Situation nicht mehr vorstellen. Heute Nacht kam der angekündigte Regen bei Minustemperaturen, heute Morgen dann Plusgrade. Das der Regen sich auf dem gefrorenem Boden zu Eis verwandelt, ist nicht verwunderlich, für mich jedenfalls nicht, für andere schon.
Zu den Spikereifen (120 Spikes): es war heute tatsächlich das erste Mal, dass ich mir mehr Spikes gewünscht hätte. Ich war auf dem spiegelglatten Boden etwas misstrauisch, ob zwischen dem Rutschen der nächste Spike auch wieder greift. Tat er zwar, doch wie sagt man so schön Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Auf den leicht abschüssigen Straßenabschnitten rutschte es sich besonders gut, bis zum nächsten Spike, es war immer nur ein Bruchteil einer Sekunde, subjektiv einen Tick zu lang.
Wenn einer gefehlt hätte, wäre ich wohl vom Rad gestiegen. Deshalb war heute auch Vollausstattung angesagt, Spikes auch an den Schuhen.
Die übrigen Verkehrsteilnehmer waren „natürlich“ nicht so ausgestattet. Drei erwähnenswerte Situationen mit diesen gab es dann auch, die erste eigentlich positiv.
Situation 1:
Der Autofahrer, der mich gestern noch, bei ebenfalls glatten Verhältnissen, saueng (< 20 cm) auf Eis und Schnee überholt hatte, traute sich heute nicht und blieb 500 m hinter mir, bevor er abbog. Wie gesagt, eigentlich positiv, ich befürchte nur, er hat es nicht aus Rücksicht mir gegenüber getan, sondern aus Angst um sein Heilig’s Blechle oder einfach nur Unvermögen.
Situation 2:
Ein Fußgänger, auch noch ein HundeNichthalter, auf der Straße in der "freien" rechten Fahrspur, ich klingele vom weitem und fahre so langsam, dass ich fast vom Rad falle. Der Fußgänger reagiert nicht. Ich fahre hinter ihm her, er nimmt dann seinen Kopfhörer heraus, dreht sich um, und sagt er wolle nicht stürzen, ich erwidere ich auch nicht, aber er sei nun mal auf der Straße, gehöre eigentlich auf den frei geräumten Gehweg. Er antwortet da ist es sauglatt und er wolle nicht stürzen . Ich antworte ihm, dass er wenigstens etwas Platz machen könnte, damit ich vorbei kann. Er wiederholt sich er wolle nicht stürzen, geht aber etwas zur Seite, natürlich nicht auf das Eis. Ich konnte mir ein Mann Mann Mann beim Passieren nicht verkneifen. Er schimpfte hinter mir her Radfahren wäre bescheuert. Als ob man automatisch stürzt, wenn man Eis betritt oder befährt. Wenn man der Situation nicht gewachsen ist, einfach mal zu Hause bleiben oder sich dementsprechend ausstatten, Spikes für Schuhe z. B. wären sinnvoll. Der Hund war übrigens perfekt gekleidet, mit Pfotenschutzschuhen, und lief durch den Schnee am Seitenrand. Vollspacke Nr. 1
Situation 3:
100 m weiter kommt mir ein Autofahrer entgegen, macht keine Anstalten auszuweichen, ich auch nicht. Da war auch kein Platz für mich, für den Autofahrer schon. Was macht er, er bleibt einfach in der Fahrspur stehen und harrt der Dinge, die da kommen. Zwei panische Augen schauen mich entsetzt an, sonst nichts, keine weiteren Kommunikationsversuche. Ich fahre knapp an ihm vorbei, der Lastenträger vorn nur wenige Zentimeter vom Außenspiegel entfernt. Der Autofahrer war so panisch, dass er nicht einmal mehr das Fenster runter kurbeln konnte, um wüste Beschimpfungen los zu lassen, wie sonst üblich. 
Vollspacke Nr. 2
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten oder übersetzt zu Hause bleiben.
Was tut mir dieses Blog gut.